Hösseringen (2026)
10 Jahre nach unserem Besuch in Hösseringen, einem kleinen Ort im Landkreis Uelzen, wollten wir mal sehen, was sich verändert hat.
Nachdem vor 10 Jahren die Hauptstraße durch den Ort für die Postbuslinie ausgebaut wurde, ist nun die Nebenstrecke zum Nachbarort an der Reihe.
Die Bundesbahn möchte ihre Nebenstrecke einstellen, da sie nicht mehr rentabel ist, Nachfolger im Personentransport soll der Omnibus werden.
Es werden sich künftig also Bahn und Post auf verschiedenen Linien in Hösseringen treffen.
Früh am Morgen ist der Viehhändler mit seinem Vorkriegsmercedes unterwegs, um ein paar Schweine abzuholen.
Ebenso ein Getränke-Händler und Mosterei-Betreiber, um eine Ladung nicht verkaufsfähiger Äpfel abzuholen.
Die Straße zeigt sich mit ihrem Kopfsteinpflaster aus dem letzten Jahrhundert und ist nicht geeignet, den Busverkehr der Bahn aufzunehmen - lediglich für den Einachsschlepper scheint sie zu genügen. Dahinter sieht man schon die Kaelble-Zugmaschine, mit einem Anhänger voll Sand, zur Baustelle fahren.
Fröhlich grüßt der Postbote!
Morgens um halb fünf hat sich so mancher Marktbeschicker auf den Weg gemacht, denn heute ist Wochenmarkt in Hösseringen.
Der Postbote ist im örtlichen Gasthof verschwunden - hier gibt es erstmal Kaffee und ein belegtes Rundstück, bevor es weitergeht.
Ein kurzer Klönschnack unter Kollegen und der Aufbau des Stands beginnt.
Da kommt auch schon der Borgward B 4500 der Meierei, um die Milch abzuholen. Hier ist auch der Anfang der Baustelle zu erkennen, auf der soeben Sand angeliefert wird.
Der Gemüsestand ist fertig aufgebaut - jetzt wird die Ware ausgepackt.
Der Kartoffelhändler hat es einfacher und ist schon fertig.
Die Kaelble-Zugmaschine hat den Sand abgeliefert und fährt die Straße zurück, dabei kommt sie an einem Neubau vorbei, an dem gerade Ziegel von der Ziegelei aus dem Nachbarort angeliefert werden. Neugierig beobachtet der Postbote das Geschehen und die Milchkanne wartet auf Abholung.
Und der Bauarbeiter läßt den Delmag tanzen.
Ein Nachzügler kommt noch auf das Marktgelände.
Jetzt hat auch der Opel des Mostereibetriebes den Hof mit den Äpfeln gefunden. Der Henschel der Ziegelei verlässt die Baustelle und der Hanomag L28 des Dachdeckers ist angekommen.
Mit dem Ausbau der Straße sind auch die Versorgungsleitungen zum Neubau verlegt worden,
Der zweite Anhänger mit Sand wird geliefert - diesmal mit einem Bulldog.
Der Borgward der Meierei ist einige Höfe weitergekommen und lädt den Handaufzug für die Kannen ab.
Dann beginnt das Laden der Milchkannen.
Zwei Höfe weiter liefert der Landhändler Futtermittel an.
Auch der Eierhändler und der Blumenhöker Blomstengel haben ihre Stände fertig.
Es ist 8:00 Uhr und der Wochenmarkt kann beginnen.
Ein Dorfbewohner hat sich mit einem Borgward B 1250 selbstständig gemacht und fungiert als Fuhrunternehmer - den Blick auf das nahe Ende der Bahnstrecke gerichtet.
Hier liefert er Waren für den Landgasthof an, sein Sohn unterstützt ihn dabei.
Gegen Nachmittag haben die Marktbeschicker ihre Stände wieder abgebaut, die Ware verstaut und machen sich auf dem Rückweg und die Milchkanne ist inzwischen abgeholt.
Bilder:
Christian Eichelmann
Thomas Apitz
Stephan Piehl
Wilco Coners
Dirk Lüneborg
Karsten von der Geest
Götz Langbehn
Olaf Herrenberg
Text:
Jürgen Danner